Name: Esther K
Gender: Female
Country of residence: Germany
Writing language: German
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Mein Judentum war immer ein Teil meiner Identität, selbst wenn unsere Familie überhaupt nicht religiös ist und nie war. Obwohl ich bis vor ein Paar Jahren nicht wusste, was es bedeutet, ein religiöser Jude zu sein, war mir stets bewusst, dass es mich von meinen Mitschülern unterscheidet. Abends sagten wir mit meiner Mutter und meinen Geschwistern Shema und ein Paar Mal spielten wir mit dem Dreidel und Schokomünzen an Hannukah. Da es in Aachen, einer Stadt im Westen Deutschlands, keine jüdischen Kindergärten oder Schulen gibt, fand ich mich unter einer kleinen Anzahl von muslimischen Kindern bzw. Jugendlichen als Einzige, welche Weihnachten oder Ostern nicht feierte, welche keine Kommunion mit ihren Vorbereitungen erlebte.. damals wusste ich nicht, wie viel Schönheit die spirituelle Reife einer Bat Mitzvah mit sich trägt und dass dies ein großer Grund zum feiern ist, bloß war es nie Teil meines Bewusstseins und Auslebens meiner jüdischen Religion und Kultur. Manchmal habe ich mir gewünscht, christlich zu sein. Jetzt schaue ich darauf zurück und bin erschrocken darüber, wie schrecklich entfremdet ich war.
Nicht selten besuchten wir mit meiner Mutter, (welche durch ihre Mutter (und ihren Geschwistern, welche ich jedoch nie kennengelernt habe) die jüdischen Wurzeln in ihre drei Kinder setzte) die jüdische Gemeinde in Aachen. Ich bin dankbar für die positiven Erinnerungen an Purim Partys mit Süßigkeiten, Konzerten und Familien Grill-Feiern sowie Ausflügen und Programmen mit dem Jugendzentrum - sie haben mir als Kind ein Gefühl von Zugehörigkeit gegeben, war jedoch meines Erachtens nach eine Zusammenkunft der Kontingentflüchtlinge, ein gemeinsamer Ort für russischsprachige Familien mit ähnlichen Hintergründen, wobei der Aspekt des Judentums nie völlig im Fokus war - bei den Gebeten an Shabbat oder Chagim zeigt sich nur an guten Tagen ein Minyan. Jüdische Bildung und Kultur war nicht von Wichtigkeit, mehr die menschliche Zusammenkunft mit jüdischem Beigeschmack. Als ich jedoch älter wurde und mit 14 durch das Jugendzentrum der Gemeinde über Machanot erfuhr, meldete ich mich direkt an. Ich erinnere mich an so viel Freude und neue Eindrücke, sozial und religiös. Ich hatte nämlich nie das Gefühl, mich in die starre, deutsche Kultur einblenden zu können. Ich denke, das war das erste Mal, an dem der Existenz meiner jüdischen Seele Raum in mir gegeben wurde. Ab meinem ersten Machane entschied ich mich, kein Schweinefleisch mehr zu essen sowie Milch und Fleisch zu trennen. Deutschlandweite Jüdische Veranstaltungen und Zusammenkünfte dieser Art, außerhalb der kleinen Aachener Gemeinde haben mir mehr Einblick in das jüdische Leben geschenkt. Zwar nicht im Sinne von authentischer Religiosität (dem Einhalten der Gebote) - Trotzdem fühlte ich mich ihnen näher als zu meinen Mitmenschen in Aachen. Ich erinnere mich an den stetigen Zustand der Wissbegierigkeit, das Suchen nach Antworten von Rabbinern, wenn ich die Möglichkeit hatte, zu fragen - wieso sind die Dinge im Judentum so wie sie sind, warum all die Gebote, was hat das Leben als Jude für eine Bedeutung?
Das Einhalten vom Shabbat jedoch oder eine vollständig koschere Ernährung waren so weit entfernt von meiner Realität. Das widerspricht jedoch offensichtlich nicht meiner Einbindung in die jüdische Welt, ich trug stets meine Kette mit der Menorah und beteiligte mich am jüdischen Leben, wenn auch sehr passiv. Zum Glück war Antisemitismus sehr selten Teil meiner Realität (ich muss hinzufügen dass ich in der Öffentlichkeit nie als Jüdin zu erkennen war - dies spielt wahrscheinlich eine große Rolle)
Natürlich ist Israel in jüdischen Kreisen immer ein Thema und so kam mit 15 oder 16 diese Idee auf, nach der Schule für ein Jahr nach Israel zu reisen, um zu verstehen, was genau es mit dem Land der Juden auf sich hat. Und so blieb das Judentum meine ganze Jugend ein passiver Aspekt meiner Identität welcher seinen Ausdruck meist als Erwähnung meines Namens im Unterricht beim Thema Holocaust fand. Esther die Jüdin.. in Deutschland etwas, dem die meisten Menschen nur im Geschichtsbuch begegnen. Diese Assoziierung mit dem jüdischen Volk, welche lediglich durch mein Blut und minimale kulturelle Beteiligung definiert war, würde in Zukunft eine Veränderung annehmen.
Mit den nächsten 2-3 Jahren kamen viele Veränderungen, welche mich auf einen Weg der Spiritualität führten – unbeeinflusst durch mein Judentum, denn in dem Tragen von Röcken und dem Ausschalten meines Handys am Samstag habe ich keine Verbindung zu meiner Seele und den verborgenen Aspekten der Welt gefunden. Schließlich hat dieser Anschluss von meinem Durst nach Bedeutung und spiritueller Verbindung zum Judentum durch das
das Buch „Worldmask“ (Rabbi Akiva Tatz) stattgefunden. Danke Hashem. Ich fand es auf der Suche nach einem neuen Buch im Schrank meiner Schwester. Es war meine Einführung zu Chassidut, die Lehren der chassidischen Bewegung, welche den esoterischen Aspekt der Torah für den einfachen Menschen erreichbar macht, es beschreibt unseren menschlichen Bezug zu kabbalistischen, spirituellen Konzepten - wie wir das Physische und das, was nicht gesehen oder angefasst werden kann, was uns jedoch stets beeinflusst, in den Einklang bringen können. Dies war der Anfang meiner Transformation von Interesse an Spiritualität zu G’ttlichkeit, ich merkte, wie die Essenz des Judentums nicht durch trockene „Eingrenzungen“ definiert ist, sondern dass es lediglich die physischen Ausdrücke von spirituellen Gesetzen und Prinzipien sind. Es sind genau diese Erleuchtungen über höhere Prinzipien und latente Welten, welche dem Menschen verborgen sind, nach denen ich suchte. Jetzt erkannte ich, dass das Judentum mir all meine Fragen beantworten kann - und das auf einem tieferen, mehr persönlichem, durch Gebote greifbaren und G-tt in das Bild bringenden Level. Ich denke, dass ich hier G-tt zum ersten Mal als regierende Kraft, als Ursprung allen Lebens erkannt habe. Die Folge dieses neuen Lichts auf meine Wahrnehmung erfolgte kurz darauf: ich fing an, anfangs weniger regelmäßig, doch mit der Zeit stetig jeden Freitag unsere Synagoge für Kabbalat Shabbat und den Kiddush zu besuchen.. mein Gedanke: meine Beziehung zu Gott ist vergleichbar mit jener zu einer Person - tue ich jemandem einen Gefallen, investiere ich Zeit in die Person, wird sie mir sicherlich mit gleichem Verhalten begegnen! Da wir durch G-ttes Gebote wissen, was er von uns möchte und es meine Intention ist, im Einklang mit der regierenden Macht der Welt zu leben, mit ihr zu meinem Vorteil zu kooperieren, ergibt sich: Shabbes in mein Leben einbinden! Es war durchaus ein drastischer Unterschied zu dem Leben meiner Mitmenschen, auch fiel es im Angesicht der Gesellschaft in der Synagoge, welche mein Alter um viele Jahre überschritt und es nicht unbedingt zu einer aufregenden Freitagabend Aktivität machte, nicht immer leicht..
Die schließliche Verbindung zu und das Lernen durch Chabad in Aachen, welche mir Torah aus der Philosophie des Lubavitcher Rebben nahe brachten, verdeutlichte mir die Bedeutung der Anpassungen meines Lebensstils. Ich fing an, das Buch Tanya zu lernen, über die jüdische Seele, über den spirituellen Aufbau dieser Welt.. bis es Zeit wurde, mein Jahr in Israel zu beginnen.
Damals war es für mich in erster Linie der ersehnte Ausbruch aus der deutschen Gesellschaft, rückblickend jedoch in perfekter Synchronität mit dem Erwachen meiner jüdischen Seele. Was ich mit meiner Ankunft in Israel im September 2023 nicht erwartet habe, ist dass mein Leben nie wieder gleich sein würde. Mir wurde die Möglichkeit gegeben, meine Identität als Jüdin zu finden und zu verstehen, welche Rolle sie in mir einnimmt – denn ich war durch mein Aufwachsen in Deutschland nie ukrainisch genug, um Ukrainierin zu sein, jedoch auch nie verwurzelt in der deutschen Kultur, welche meiner Familie stets fremd war. In Israel findet sich die verrückteste Mixtur von Ländern, Kulturen, Haut- und Haarfarben sowie Sprachen – trotzdem sind wir alle verbunden, alle Teil einer Nation, alle gleich obwohl wir so verschieden sind. Das erste Mal hatte ich das Gefühl, vollkommene Zugehörigkeit zu spüren und der Kampf vom Definieren meiner Identität konnte Ruhe finden. Zum ersten Mal konnte ich sehen, was es bedeutet, das Judentum authentisch und natürlich auszuleben anstatt unorganisch als Minderheit in Entfremdung.
Die anderen Jugendlichen auf dem Gap-Year Programm strebten hauptsächlich nach Spaß und sozialen Beziehungen vor dem Eintauchen in das Erwachsenwerden. In diesem Umfeld fühlte es sich oft frustrierend an, auf einer Suche nach Wahrheit und Identität zu sein - trotzdem bin ich dankbar für die Erlebnisse und Einblicke, für die Herausforderungen, welche mir gedient haben, meinem Kern näherzukommen.
Ohne Frage nahmen mich fremde Familien bei sich zu Hause für den Shabbat auf, ohne mich zu kennen oder etwas im Gegenzug zu erwarten. Ich merkte schnell, wie in Israel fast jeder Jude Familie ist, welche man noch nicht kennengelernt hat – obwohl sich das jüdische Volk durch so viele Unterschiede auszeichnet. Diese Art von innerem Zusammenhalt ist für sehr viele Juden, welche in einer jüdischen Gemeinschaft aufwachsen selbstverständlich. Für mich, den Eindruck hatte, die ganze Welt sei wie die deutsche Gesellschaft aufgebaut, war dieses neue Bewusstsein jedoch ein Übertreffen meiner schönsten Utopie. In diesem Jahr kam ich zu der Erkenntnis, dass mein Judentum den Rest meines Lebens bestimmen wird, meine Wahl an Freunden, die Gestaltung meiner Familie und vor Allem meine Ziele als Mensch. Je mehr jüdischen Familien und Individuen ich begegnete, desto mehr verstand ich, dass ich auch so leben möchte, dass Werte und Grenzen dem Menschen tatsächlich Freiheit geben, ein der westlichen Welt völlig unbekanntes Konzept. Dies führte dazu, dass ich gegen Ende des Programmes langsam aufhörte, Hosen zu tragen, Bescheidenheit und Tradition zu schätzen, vollkommen natürlich, genauso wie das Ehren vom Shabbat und vielen anderen Geboten mittlerweile zu meinem Standard wurden. In meiner Freizeit verfolgte ich stets den Versuch, die Tora tiefer und holistischer zu verstehen, der Sog zu ihr wurde mit der Zeit nur stärker. Deshalb verfolgte ich meinen planmäßigen nächsten Schritt der Einschreibung in die IDF nicht, ein tiefes Horchen in mein Inneres machte mir deutlich, dass dies meine spirituelle Suche ertränken wird – meine Reise muss weiter gehen, die Armee würde ihr keinen Platz erlauben.
Nun lerne ich seit fast vier Monaten in einer Midrasha in Zfat. Die Torah und Chassidut verändern mich stetig und erlauben mir, eine bessere, wachsamere, weisere Person zu sein, es schenkt mir ein Verständnis von mir und dem Leben und ich gehe durch eine stetige Bewusstseinsveränderung, viel tiefer als jede psychedelische Droge, welche neue Tiefen der Existenz offenbart. Zfat ist ein besonderer Ort, welcher jede Art von Juden auf der Suche nach Spiritualität aus der ganzen Welt anzieht. Ich bin unfassbar dankbar, diesen Weg gefunden zu haben, welcher mich mit Bedeutung und Freude füllt, und mehr bin ich dankbar, jüdisch geboren und Teil dieses wunderbaren Volkes zu sein, die Möglichkeit zu haben, in diesem heiligen Land unserer Vorfahren G-ttes Schrift zu lernen und nach seinem Willen zu leben.
Kein Mitglied meiner Familie ist religiös oder war es zu meinem Wissen jemals – meine Mutter, meine Großmutter und meine Urgroßmutter waren die einzig mir bekannten zu mir verwandten Jüdinnen meiner Vorfahren und keine von ihnen hat jüdisch geheiratet oder war religiös. Heute bin ich ein mehr oder weniger integrierter Teil der religiösen Gemeinde (was nicht äquivalent zu der jüdischen Gemeinde ist), während all meine Freunde und Familie der ersten 18 Jahre meines Lebens keinen Bezug zu meinem Judentum und dem Leben, welches es formt, haben. Sie akzeptieren meinen Weg und vielleicht bewundern sie, dass ich ihn mit solch einer Hingabe auslebe, jedoch kann sich keiner von ihnen vorstellen, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Manchmal fühlt es sich einsam an und ein wenig frustrierend, denn ihnen steht dieser Weg von Schönheit und Tiefe jederzeit offen, jedoch finden sie keinen Reiz daran. Jede Seele hat ihren Weg und ich bin mir bewusst, dass ich mein Innenleben nicht auf meine Familie übertragen kann.
Es gibt mir ein starkes Gefühl von Bedeutung, das Judentum nach Generationen von Entfremdung in der Soviet-Union wieder in meine Familie bringen zu können und ein spirituelles Licht zu schaffen, eine aktive Verbindung zu dem Bund, welchen wir als jüdisches Volk zu G-tt haben, zu schlagen und hoffentlich die nächste Generation sowie meine Geschwister und ihre Kinder ein mehr jüdisch beeinflusstes Leben führen zu sehen.
My Judaism has always been a part of my identity, even though my family is not religious and never has been. Although I didn’t know what it meant to be a religious Jew until a few years ago, I was always aware that it distinguished me from my classmates. In the evenings, my mother, my siblings, and I would say the Shema, and a few times we played with the dreidel and chocolate coins during Hanukkah. Since there are no Jewish kindergartens or schools in Aachen, a city in western Germany, I found myself among a small number of Muslim children & teenagers as the only one who didn’t celebrate Christmas or Easter, the only one who didn’t experience First Communion with its preparations. At that time, I didn’t know how much beauty the spiritual maturity of a Bat Mitzvah carries or that it is a great reason to celebrate. It simply was never part of my jewish practice and awareness. Sometimes, I wished I were Christian. Now, looking back, I am shocked at how alienated I was.
We often visited the Jewish community in Aachen with my mother (who, through her mother and siblings, who I never met, instilled Jewish roots in her three children – my two siblings and I). I am grateful for the positive memories of Purim parties with sweets, concerts, family BBQs, outings and programs with the youth center— as a child, they gave me a sense of belonging. However, in my view, it was more of a gathering of contingent refugees, a meeting place for Russian-speaking families with similar backgrounds, where the aspect of Judaism was never fully in focus—on good days, we might have a Minyan on Shabbat or holidays. Jewish education and culture were not a priority, it was more about the human gathering with a Jewish undertone. But as I got older and, at 14, learned about Machanot through the community youth center, I immediately signed up. I remember the joy and new impressions I had, both socially and religiously. I had never felt I could blend into the rigid German culture. I think that was the first time my Jewish soul was given room to exist within me. Starting from my first Machane, I decided to stop eating pork and to separate milk and meat. National Jewish events and gatherings outside the small Aachen community gave me more insight into Jewish life. Though not in the sense of authentic religiosity (observing the commandments), I still felt closer to them than to my fellow people in Aachen. I remember the constant state of curiosity, the search for answers from rabbis when I had the chance to ask—why are things the way they are in Judaism? Why all the commandments? What does it mean to live as a Jew?
However, keeping Shabbat or a fully kosher diet was far from my reality. Yet this clearly does not contradict my involvement in the Jewish world—I always wore my necklace with the Menorah and participated in Jewish life, albeit passively. Fortunately, antisemitism was rarely part of my reality (I must add that I was never publicly recognized as Jewish—this likely played a significant role in my personal experience with anitsemitism).
Of course, Israel is always a topic in Jewish circles, and so, at 15 or 16, the idea came up to travel to Israel for a year after school to understand what the land of the Jews is all about. And so, Judaism remained a passive aspect of my identity throughout my youth, usually expressed as the mention of my name in class when the topic of the Holocaust came up—Esther the Jew... in Germany, something most people encounter only in history books. This association with the Jewish people, defined solely by my blood and minimal cultural involvement, would change in the future.
And so, Judaism remained a passive aspect of my identity throughout my youth, usually expressed as the mention of my name in class when the topic of the Holocaust came up—Esther the Jew... in Germany, something most people encounter only in history books.
Over the next 2-3 years, many changes came that led me on a path of spirituality—unaffected by my Judaism, because in wearing skirts and turning off my phone on Saturdays, I didn’t find a connection to my soul and the hidden aspects of the world. Ultimately, this connection to my thirst for meaning and spiritual connection to Judaism came through the book Worldmask (by Rabbi Akiva Tatz). Thank you, Hashem. I found it while looking for a new book in my sister’s bookshelf. It was my introduction to Chassidut, the teachings of the Chassidic movement, which makes the esoteric aspect of the Torah accessible to the ordinary person. It describes our human connection to Kabbalistic, spiritual concepts—how we can align the physical and the unseen, intangible elements of the world that influence us. This was the beginning of my transformation from an interest in spirituality to a deep connection with Godliness. I realized that the essence of Judaism is not defined by dry "restrictions," but rather by the physical expressions of spiritual laws and principles. It is these illuminations about higher principles and latent worlds, which are hidden from man, that I was searching for. Now I understood that Judaism could answer all my questions—on a deeper, more personal level, accessible through the commandments and bringing God into the picture. I believe this is when I first recognized God as the governing force, the source of all life.
The result of this new light on my perception followed shortly thereafter: I began, initially less regularly, but steadily over time, to attend our synagogue for Kabbalat Shabbat and Kiddush every Friday. My thought: my relationship with God is like that with any person—if I do someone a favor, if I invest time in them, they will surely reciprocate! Since we know what God wants from us through His commandments, and my intention is to live in harmony with the governing power of the world and cooperate with it for my benefit, it follows that I would bring Shabbat into my life! It was quite a drastic difference from the lives of those around me, and it wasn’t always easy, especially in the face of the people in the synagogue, which were much older than me and didn’t necessarily make it an exciting Friday evening activity.
The eventual connection to and learning through Chabad in Aachen, which introduced me to Torah from the philosophy of the Lubavitcher Rebbe, clarified the importance of adjusting my lifestyle. I started learning the Tanya, about the Jewish soul, and the spiritual structure of this world—until it was time to begin my year in Israel.
At that time, for me, it was primarily the longed-for escape from German society, but in retrospect, it was perfectly in sync with the awakening of my Jewish soul. What I didn’t expect upon arriving in Israel in September 2023 was that my life would never be the same. I was given the opportunity to find my identity as a Jew and understand what role it plays within me—because, growing up in Germany, I was never Ukrainian enough to be Ukrainian, nor was I rooted in the German culture, which was always foreign to my family. In Israel, I found the craziest mixture of countries, cultures, skin and hair colors, and languages—and yet we are all connected, all part of one nation, all equal even though we are so different. For the first time, I felt complete belonging, and the struggle of defining my identity could rest. For the first time, I could see what it means to live Judaism authentically and naturally, rather than inorganically as a minority in alienation.
The other young people in the gap-year program were mostly seeking fun and social relationships before diving into adulthood. In this environment, it often felt frustrating to be on a quest for truth and identity—but I am grateful for the experiences and insights, and the challenges that have helped me come closer to my core.
Without asking questions, strangers welcomed me into their homes for Shabbat, without knowing me or expecting anything in return. I quickly realized how, in Israel, almost every Jew is family, even if you haven’t met them before—despite how much the Jewish people are characterized by so many differences. This unity is something that for many Jews growing up in a Jewish community is taken for granted. For me, someone who thought the whole world was structured like German society, this new awareness surpassed my greatest utopia. In this year, I came to the realization that my Judaism will shape the rest of my life—the friends I choose, the way I shape my family, and above all, my goals as a person. The more Jewish families and individuals I met, the more I understood that I also want to live in such a way that values and boundaries actually give a person freedom—an entirely unknown concept in the Western world. This led to me, by the end of the program, gradually stopping wearing pants, learning to appreciate modesty and tradition, and, completely naturally, incorporating the honoring of Shabbat and many other commandments into my standard. In my free time, I constantly tried to understand the Torah in a deeper and more holistic way, and the pull toward it grew stronger over time. Therefore, I did not pursue my planned next step of enlisting in the IDF, as a deep contemplation made it clear to me that it would drown out my spiritual search—my journey had to continue, and the army would not provide the space for that.
Now, I have been studying at a Midrasha in Tzfat for about four months. The Torah and Chassidut are continually changing me and allowing me to be a better, more vigilant, and wiser person. It gives me an understanding of myself and of life, and I am going through a constant shift in consciousness—far deeper than any psychedelic drug, revealing new depths of existence. Tzfat is a special place that attracts all kinds of Jews from around the world seeking spirituality. I am incredibly grateful to have found this path, which fills me with meaning and joy, and I am even more grateful to have been born Jewish and to be part of this wonderful people, to have the opportunity to learn God’s word in this holy land of our ancestors and live according to His will.
None of my family members are religious or, to my knowledge, have ever been. My mother, my grandmother, and my great-grandmother were the only Jewish relatives I knew, and none of them married Jewishly or were religious. Today, I am more or less an integrated part of the religious community (which is not equivalent to the Jewish community), while all my friends and family from the first 18 years of my life have no connection to my Judaism or the life it shapes. They accept my path, and maybe they admire the way I live it with such devotion, but none of them can imagine walking a similar path. Sometimes, it feels lonely and a bit frustrating because this path of beauty and depth is open to them at any time, yet they find no allure in it. Every soul has its own journey, and I am aware that I cannot impose my inner life on my family.
It gives me a strong sense of meaning to be able to bring Judaism back into my family after generations of alienation in the Soviet Union, to create a spiritual light, to make an active connection to the covenant we, as the Jewish people, have with God, and to hopefully see the next generation, as well as my siblings and their children, lead a more Jewishly influenced life.
None of my family members are religious or, to my knowledge, have ever been. My mother, my grandmother, and my great-grandmother were the only Jewish relatives I knew, and none of them married Jewishly.
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